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25.10.2019

Pflegen einer Streuobstwiese

Menschen aus dem Autismusspektrum können in Hersbruck künftig 30 Bäume einer Streuobstwiese pflegen

Hersbruck - Die 30 Bäume auf der Streuobstwiese am Haus Weiher in Hersbruck sollen zukünftig von den Teilnehmer*innen der Förderstätte für Menschen aus dem Autismusspektrum gepflegt werden. Mähen, ernten, beschneiden, Saft und leckere Lebensmittel herstellen – die Aufgaben, sind vielfältig. Alina Stampfl, Agrar- und Umweltpädagogin in der Förderstätte für Menschen mit Autismus in Hersbruck, ist zuversichtlich: „Diese Arbeiten können die Teilnehmer gut bewältigen. Ohne zeitlichen Stress, in genau dem Tempo, das jeder einzelne benötigt.“ Auch die Nähe zur Natur ist Alina Stampfl wichtig - die Brotzeit für die Teilnehmenden kann dann direkt vom Baum kommen. Äpfel, Quitten, Birnen, Pflaumen, es ist für jeden etwas dabei.

Sabine Hager, Teamleiterin im Nürnberger Land, ergänzt: „Es soll 2020 los gehen, wenn die Förderstätte aus Hersbruck ins Haus Weiher zieht. Ein paar Aufgaben erledigen wir schon jetzt. Einer unserer Teilnehmer hat zum Beispiel eine große Vorliebe fürs Rasenmähen. Allerdings fehlen uns im Moment noch einige Werkzeuge, zum Beispiel ein Häcksler, ein Dörrapparat und Arbeitskleidung.“ Auch Kommunikations- und Strukturhilfen sind für die Arbeit nötig, damit alle Teilnehmer*innen einen Überblick über die anstehenden Arbeiten und deren Dauer erhalten – diese Informationen sind für Menschen aus dem Autismusspektrum oft sehr wichtig. Geld für die Umsetzung des Projektes aufzutreiben, das ist daher jetzt die nächste Aufgabe für den Fachbereich Autismus.

Alina Stampfl und Sabine Hager haben auch schon Pläne, wie es langfristig mit der Streuobstwiese weitergehen könnte: ein mobiler Hühnerstall, Schafe, Bienenstöcke, eventuell Kräuterbeete, um selbst Tee herzustellen – die beiden Frauen haben leuchtende Augen, wenn sie von ihren Ideen erzählen. „Außerdem wollen wir unbedingt die Öffentlichkeit mit einbinden, zum Beispiel bei einem Mitmachtag, an dem Interessierte zum Beispiel ihr eigenes Obst ernten können“, plant Sabine Hager.

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben, können Sie sich sehr gern an die Kollegen aus dem Fachbereich wenden unter autismus@rummelsberger.net.


Von: Diakonin Arnica Mühlendyck & Ralph Eichenseher

Diese Produkte könnten schon bald in Hersbruck hergestellt werden. (Foto: Mühlendyck)

Bei der Vorstellung der Projekts vor einer Gruppe Stifterinnen und Stifter konnte der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Diakonie, Dr. Günter Breitenbach, gemeinsam mit Sabine Hager schon mal einige Tätigkeiten, die auf einer Streuobstwiese anfallen, ausprobieren. (Foto: Mühlendyck)