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03.03.2020

Zweite Chance zum Wunschberuf

Die Rummelsberger Diakonie unterstützt Quereinsteiger_innen und ermöglicht ihnen bei persönlicher Eignung auch eine Karriere.

Hersbruck – Der Mangel an Fachkräften stellt soziale Einrichtungen vor viele Herausforderungen. Doch nicht immer müssen komplett neue Konzepte her. Im Haus Weiher in Hersbruck besinnt sich die Führungsriege auf Werte wie ein gutes Miteinander und fördert die Entwicklung der Mitarbeiter_innen. Außerdem gibt das Team Quereinsteiger_innen eine Chance, in einem neuen Berufsfeld Fuß zu fassen und Karriere zu machen. „Das Alter der Bewerber_innen spielt dabei eigentlich keine Rolle“, sagt Einrichtungsleiter Martin Chmel.

Christiane Rydlichowski (54) ist seit drei Jahren stellvertretende Leiterin der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie in Hersbruck und sie ist eine Quereinsteigern. Vor 13 Jahren hat sie dort eine Ausbildung als Altenpflegerin begonnen. „Da ich medizinische Vorkenntnisse hatte, fiel mir die Ausbildung leicht“, erzählt sie. Die Vorkenntnisse hat sie in einem Medizinstudium gesammelt, das sie wegen einer Allergie aufgeben musste. Sie hat geheiratet und zwei Kinder bekommen. „Ich war Hausfrau und habe nebenbei als Heilpraktikerin gearbeitet“, erzählt die Altdorferin.

Als die Kinder groß waren, wollte sie im Beruf durchstarten. Nach der Ausbildung wurde sie gleich als Fachkraft übernommen, anderthalb Jahre später übernahm sie die Verantwortung für einen Wohnbereich. Die Rummelsberger Diakonie hat sie bei der Karriereplanung unterstützt. „Ich habe am Traineeprogramm „Leitung lernen“ teilgenommen“, berichtet sie. Sie habe viel über sich gelernt und wie sie in bestimmten Situationen reagiere. Das helfe ihr, sich in der Führungsposition zu reflektieren.  

Seit drei Jahren hat sie Verantwortung für die 79 Bewohner_innen und 70 Mitarbeiter_innen, wenn der Einrichtungsleiter in Urlaub ist. Im Haus Weiher arbeiten viele Mitarbeitende in Teilzeit. „Mein Job ist so, wie ich es mir vorstelle. Ich arbeite in der Betreuung mit und habe organisatorische Aufgaben“, erzählt Christiane Rydlichowski. Nicht zu vergessen die Mitarbeiterführung, die ihr besonderen Spaß macht. Am Haus Weiher schätzt sie, dass es eine kleine familiäre Einrichtung ist. „Hier kennt jeder jeden. Gibt es Probleme, lösen wir sie im Gespräch. Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten“, erzählt die 54-Jährige. Sie ist überzeugt von ihrem Arbeitgeber und berichtet positiv von ihrer Arbeit. Das trägt Früchte: Inzwischen arbeiten ihre beiden Kinder im Haus Weiher.

Von der angenehmen Arbeitsatmosphäre berichtet auch Wilhelm Bauer, der seit fünf Jahren als Heilerziehungspflegeassistent bei der Rummelsberger Diakonie arbeitet. Zuerst im Wichernhaus in Altdorf und dann wechselte der Henfenfelder nach Hersbruck ins Haus Weiher. Der gelernte CNC-Dreher hat 25 Jahre in der Wirtschaft gearbeitet. „Wir haben Antriebstechnik für Schleusen und automatische Türen konstruiert“, erzählt er. Er hat gut verdient und sehr viel gearbeitet.

Als sein Schwiegervater an Demenz erkrankte, hat er die Pflege übernommen. „Meine Frau konnte sich das anfangs nicht vorstellen und hat sich dann aber auch gekümmert“, erzählt er. Mit der körperlichen Nähe in der Pflege des Schwiegervaters kam er sehr gut zurecht. Und mit den Monaten stellte er fest, dass die Pflege sein Wunschberuf ist. „Ich war an dem Punkt, an dem ich mein Leben ändern wollte und es mir auch leisten konnte“, erzählt der 58-Jährige. Inzwischen engagiert sich Wilhelm Bauer auch als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung (MAV) in der Rummelsberger Behindertenhilfe. Sein Fazit: „Der Beruf ist so erfüllend und macht so viel Spaß.“

Wer Interesse an einer Arbeit im Haus Weiher im Hersbruck hat, kann Einrichtungsleiter Martin Chmel persönlich ansprechen. Seine Telefonnummer lautet 09151 81 83 11, seine E-Mail-Adresse chmel.martin@rummelsberger.net


Von: Heike Reinhold

Christiane Rydlichowski ist Quereinsteigerin und arbeitet inzwischen als stellvertretende Einrichtungsleitung im Haus Weiher in Hersbruck. Foto: Julia Rydlichowski

Die Quereinsteiger Christiane Rydlichowski und Wilhelm Bauer arbeiten gerne im Haus Weiher in Hersbruck. Foto: Julia Rydlichowski