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24.03.2021

Mehr Abwechslung mit Arbeitskisten

In der Förderstätte für Menschen im Autismus-Spektrum der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg sind während der Corona-Pandemie neue Angebote und Förderansätze entstanden.  

Sieben Kisten stapeln sich seit neuestem im Werkraum der Förderstätte für Menschen mit Autismus in Nürnberg. Darin enthalten sind verschiedene Arbeitsaufträge. Am Kopf der Kisten verrät ein Farbleitsystem von grün bis rot, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist.  Eine Inhaltsangabe erklärt den Arbeitsauftrag. „So können die Teilnehmer*innen selbst entscheiden, welche Arbeit sie gerade erledigen wollen“, erzählt Anna Hofer.

Die 27-jährige Sozialpädagogin arbeitet seit einem Jahr in der Einrichtung für Menschen mit Autismus der Rummelsberger Diakonie. Während der Corona-Pandemie hat das zehnköpfige Team der Förderstätte überlegt, wie Abläufe in der Förderstätte transparenter gemacht und das Arbeitsangebot verbessert und ausgebaut werden kann. „Wichtig war uns, dass die Frauen und Männer mit den neuen Angeboten selbstständiger arbeiten können“, sagt Hofer.

Je nach Lust und Tagesform können die Teilnehmer*innen nun eine Kiste auswählen und zum Beispiel Perlen auf eine Schnur auffädeln, Schrauben und Einlegscheiben in ein Brett verschrauben und Formen nach Farben sortieren. „Die Frauen und Männer trainieren mit den Arbeitskisten zum Beispiel ihre feinmotorischen Fähigkeiten, das Konzentrationsvermögen und die Auge-Hand-Koordination“, erklärt Mitarbeiter Maurice Zürl.

Außerdem hat das Team interne Abläufe mit Mitteln der Unterstützten Kommunikation (UK)  transparenter gemacht. Zwei Beispiele: Damit klar ist, welche Kolleg*innen wann Dienst haben, hängt im Aufenthaltsraum ein Mitarbeiter*innen-Kalender mit Fotos. „Jetzt können die Teilnehmer*innen selbstständig nachschauen, wann die gesuchten Kolleg*innen wieder da sind“, erzählt Anna Hofer. Seit neuestem gibt es auch eine Tages-Übersicht für die Küchendienste. Hier können die Teilnehmer*innen täglich nachschauen, wer mit Abräumen oder Tisch wischen dran ist.   

Noch in Arbeit sind die neuen Klettmappen. Fünf Mappen zu verschiedenen Themen werden gerade vorbereitet. In der Mappe „Farben und Objekte“ sollen farbige Blumen in die gleichfarbigen Blumentöpfe geklettet werden. „Bei der Arbeit mit den Klettmappen können die Teilnehmer*innen Abläufe und Reihenfolgen einüben, Interessen fördern und ihr Wissen erweitern“, erklärt Anna Hofer.  


Von: Heike Reinhold

Die Teilnehmer*innen der Förderstätte für Menschen mit Autismus in Nürnberg können zwischen sieben verschiedenen Arbeitskisten wählen. Foto: Anna Hofer